2021-02-02. MALHEUR #218.

Hervorgehoben

DIESER BEITRAG IST OBEN ANGEHEFTET, UNTER IHM GEHT ES CHRONOLOGISCH WEITER.
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Päckchen: »Schnelle Lieferung (ca. 1-2 Werktage)«. Heute ist aber schon der zehnte Werktag nach dem Versand und ich habe auf ebay eine Gutschrift bekommen. Der Verkäufer bleibt auf dem Schaden sitzen.

»Sie wollen etwas versenden? Vielleicht haben Sie Glück mit uns, für nur 3,99€!

Falls nicht, ist es wieder in unserem Team gestohlen worden. Wir werden dann natürlich abstreiten, je etwas von Ihnen ausgehändigt bekommen zu haben. War ja nur ein Päckchen, das wir als »nachweislos« handhaben. Wir wissen über die vielen Diebstähle bescheid, aber wir unternehmen nichts dagegen. Ganz im Gegenteil: Unsere betrieblichen Strukturen fördern geradezu Diebstähle und bieten uns sogar die Möglichkeit, die Verantwortung unnachvollziehbaren Subunternehmern in die Schuhe zu schieben. Wir beschönigen sie auch schwammig zu ›Verlusten‹.

Die Bürokratie für Schadenseratz durch uns an Sie, den Kunden, übersteigt übrigens um ein Vielfaches Ihren Schaden. Sie werden deswegen nur Abwinken und sich ärgern, aber nicht weiter darum kümmern. Der Sub-Subunternehmer behält dann auch ohne jede Rechenschaft seinen unterbezahlten Job und verkauft sein Diebesgut weiter auf ebay, um überhaupt leben zu können. Aber das liegt ganz klar nicht an uns.

Stattdessen bieten wir Ihnen einfach an, höheres Porto zu zahlen. Das Porto als Paket statt Päckchen erhöht die Chance auf Zustellung! Sobald aber auch das Paket von einem Sub-Sub-Sklaven gestohlen wird, vertrösten wir Sie zunächst mit hohlen Phrasen wie »bedauerlicher Einzelfall«. Wir bewerben die von Ihnen aufzubringenden Mehrkosten höhnisch als ›Transportversicherung‹. Diese ist zwar gar nicht erforderlich, da auch in den 3,99€ gesetzlich zwingend enthalten, auf Bringschuld, Produkthaftung und Schadensersatz aus Vertragsverletzungen gemäß Bürgerlichem Gesetzbuch scheißen wir aber komplett.

Unser durch mehr e-Commerce in den Lockdowns steigender Umsatz sowie Gewinn von bspw. +3,1% im zweiten Quartal 2020 äußert sich übrigens konträr in einer erheblich gestiegenen Zahl der Verspätungen und Diebstähle, wird also nicht an die Arbeitskräfte, die unser Produkt der Zustellung praktisch ausführen, weitergereicht.

Excellence. Seldomly Delivered.«

2021-05-13. FREUNDE #57.

Die Adresse wurde durchgestrichen und ein Aufkleber mit der Aufschrift »Lagerfrist abgelaufen« draufgeklebt, das Paket mit deutscher Empfängerin und Schweizer Absender aus meinem Bekanntenkreis ist nun für verlorene 12€ Porto wieder beim Absender gelandet, ohne daß die Empfängerin offenbar irgendeine Ahnung von dem Paket hatte.

Anonymisierter Screenshot mit Erlaubnis des Absenders.

2021-05-10. MALHEUR #237.

Es wurde kein Paket gefunden, aber dann doch.

Ah jetzt ja.

Das wird doch bestimmt wieder ein wondervolles Thäma für eine Ballaaade.

Naja.. Also, es wurde kein Paket in der Packstation gefunden, und es wurde wie immer ein falsches Zustelldatum progonstiziert, aber es kam anscheinend schon am ersten Werktag nach Annahme der DHL an! Ich werde mal verifizieren, ob es diesmal wirklich bei der »Empf. (orig.)« gelandet ist oder wieder nur irgendwo..

Nein. Es ist nicht bei der Empf. (orig.) gelandet, sie ist überhaupt nicht zuhause und kommt erst spät wieder zurück. Es steht wahrscheinlich wieder im Treppenhaus, was aber wohl zum Glück funktioniert.

Komische Buchung an der Packstation – okay, sich auf dem Scanner zu vertouchen passiert. Voraussichtliche Zustellung wieder falsch. Empfänger falsch angegeben. Wieder drei Pleiten mit einem Paket. Immerhin kam es mal innerhalb nur eines Werktages an, auch wenn wir noch nicht wissen, wo. Oh Mann.

Das Paket lag einfach im Treppenhaus.

2021-05-08. MALHEUR #236.

Der ebay-Verkäufer hatte im Artikel »GLS Express« gelistet, jedoch als DHL Warensendung mit Regellaufzeit 4 Werktage versandt, die an ihrem gestern fünften Werktag nach Versand noch nicht ankam.

Ach, Leude. Wie kommen Sie, DHL und Post, auf Ihre beknackte Werbung? Diese Warensendung war erst an ihrem siebten Werktag nach dem Tag des Lossendens bei mir.

2021-05-04. MALHEUR #233 und #234.

Zwei meiner Pakete wurden vor 35 Stunden aus der Packstation entnommen und sollten idR spätestens morgen 19km entfernt sowie 341km entfernt zugestellt werden.

Beide Verfolgungen sind seit der Entnahme aus der Packstation aber dem Schweigen verfallen. Kein Paketzentrum, keine Bearbeitung, kein Weitertransport, kein voraussichtliches Zustelldatum sind zu sehen.

Das 19km-Paket hätte ich zufuß in einem Zwölftel der bisher verstrichenen Zeit kostenlos ausgeliefert, aber dafür keine Zeit gehabt. Diejenigen, die sich dafür bezahlen lassen, und nichts anderes tun sollten außer Dinge zuzustellen, brauchen erheblich länger. Das soll mal einer verstehen.

Mal sehen, ob morgen zwei MALHEURE oder FORTUNA hieraus werden.

[einen Tag später]

Nun, es werden zwei MALHEURE daraus.

Das in lediglich 19km Entfernung zuzustellende Paket ist in den zwei Werktagen gerade mal in der Region des Empfängers angekommen und, so heißt es, werde am dritten Werktag zugestellt:

Und das andere Paket hat nach fast 52 Stunden in der Stadt des Absenders immernoch nur 3km geschafft, hat Hamburg nicht einmal verlassen, und wird angekündigterweise erst an seinem vierten Werktag zugestellt:

In der Regel werden Pakete ehrlicherweise erst lange nach den verstrichenen 1-2 Werktagen zugestellt.

Ich ringe um Begreifung, von welcher Regel die DHL in ihrer Werbung spricht.

[noch einen Tag später]

Beide Pakete sind nun doch an ihrem jeweils dritten der Abholung folgenden Werktag zugestellt worden: Das nur 19km nah zu transportierende hat 79 Stunden benötigt, sechsundzwanzigmal so lange wie ich mit meiner Wander-Pace zufuß gebraucht hätte.

Das 341km-Paket, das voraussichtlich erst an seinem vierten Werktag zugestellt werden solle, kam doch auch an seinem dritten Werktag an, und wurde laut Verfolgung der »Empf. (orig.)« übergeben, was auch nicht stimmt. Schon wieder so viel falsch.

2021-04-21. MALHEUR #229 und #230 und #231.

Ich habe mir ausgedacht, eine desaströse Schlimmprovisation mit einer jungen Leckage zwischen dem Wasserhahn und der Spülmaschine einer Freundin zu reparieren und gleichwohl eleganter zu bauen, und so haben wir auf ebay ein paar Sanitärteile zu ihrer Adresse bestellt.

Wenn bei zweien der Artikel die DHL die richtige Postleitzahl als »fehlerhaft« deklariert, kann das ja noch dauern mit der Reparatur.

Das mit den beiden Postleitzahlen funktioniert inzwischen. In der Paketverfolgung meiner Einkäufe sah ich die Möglichkeit, andere Zustelltage auszuwählen, zumal es offenbar nicht in 1-2 Werktagen klappen werde und die Dame übers Wochenende weg ist. Die Erfahrungen sprechen aber dagegen.

Am inzwischen dritten Tag nach den ebay-Einkäufen bekomme ich zu einer der drei Sendungen eine Email, es werde am ab heute dritten Werktag zugestellt. Die anderen beiden Verfolgungen sagen immernoch gar nichts.

Na, sieh an! Die beiden Verfolgungen mit den jeweils richtigen aber fehlerhaften Postleitzahlen, die keine voraussichtliche Zustellungen benannten, kamen binnen nur zweier Werktage an und wurden sogar beim Nachbarn hinterlegt, einzeln, im Abstand von knapp 2 Stunden. Sogar beim Selben. Die Dritte Sendungsverfolgung hatte immerhin recht und kam zu spät.

2021-04-17. MALHEUR #228.

So wurde nun am Samstag laut Ebayverkäufer eine Warenpost der DHL überlassen, die i.d.R. schon am nächsten Tag zugestellt werde, also am Montag. Am Dienstag ist es aber erst ins Zustellfahrzeug geladen worden, wenn auch bis deutlich nach Mitternacht noch nicht bei mir angelangt. Mittwoch nachmittag war es da.

2021-04-05. FREUNDE #56.

Eben erzählte ich einer Freundin von der Benachrichtigungskarte aus MALHEUR #227, die ich eben in meinem Briefkasten fand.

Sie hat sich mal so einen Tisch-Geschirrspüler liefern lassen wollen.

»Benachrichtigung lag am 08.09.2020 im Briefkasten. War den ganzen Tag Zuhause und durfte dann am 09.09 zur Filiale laufen. Da ich kein Auto zur Verfügung hatte durfte ich mir ein Taxi zurück nehmen.

Auf dem Weg zu dieser Filiale gab es mindestens 3 weitere Filialen.«

2021-04-01. FUNDSTÜCK #28.

Na, ich bin wohl nicht allein mit den bedauerlichen Einzelfällen.

DHL, wann ändern Sie endlich Ihre betrieblichen Strukturen dahingehend, daß Ihre Zusteller nicht mehr gezwungen sind, derart zu pfuschen, um iirgendwie das von denen geforderte aber Menschen-unmögliche Tagespensum zu stemmen? An den Zustellern liegt das Problem ja nicht, das sind nur die, die unweigerlich die Arschkarte des Kundenärgers ziehen.

Wie kann bei allem Arbeitschutz, bei aller Produkthaftung und so vielen weiteren Gesetzen zur Erfüllung von Bringschulden aus Verträgen, gegen die Sie, die DHL gefühlt tausendfach stündlich bundesweit verstoßen, Ihre Firma so unbehelligt bleiben?

[gefunden auf Instagram]